Volles Haus im Tilgshäusele

Das traditionelle Schaureiten im Rahmen des Leonberger Pferdemarkts war auch dieses Jahr wieder ein voller Erfolg. Das Haus war bis unter das Dach mit begeisterten Zuschauern gefüllt.

Unter dem Motto „Die 90er Jahre“ hatten die Mitglieder des Leonberger Reit- und Fahrvereins am Samstag den 9. Februar ein 2-stündiges Programm für das Publikum auf die Pferdebeine gestellt. Um 14 Uhr wurde das Schauprogramm mit dem Lied „The Sign“, live gesungen von Katrin Malchin, musikalisch eröffnet.

Darauf folgten die Voltigierer mit dem ersten ihrer drei Beiträge: Die „Minis“, die jüngsten Mitglieder der Voltigierer im Alter von 5 bis 10 Jahren, zeigten zu Michael Jackson’s „Heal the World“ Auszüge aus ihrem Trainingsalltag.

Das Jump and Drive der Springreiter heizte der Menge dann erstmal richtig ein. Der Reiter jedes Teams musste dabei zuerst einen Hindernisparcours auf Fehler – Zeit reiten. Danach kam der Fahrradfahrer, der auf Zeit durch die Halle wetzte.

Nachdem alle Sprünge abgebaut waren, kamen die Ponyreiterinnen Leonie Hartfuß und Antonia Felder in einem Traum von Pink und gaben eine Dressurvorführung zu dem Lied „Weil ich ein Mädchen bin“ zum Besten.

Aber was wären die 90er Jahre ohne die „Spice Girls“ mit ihrem Hit „Wannabe“! Unter der kompetenten Leitung der Reitlehrerin Nicole Jeutter zeigte die Ponygruppe des Reitvereins in neonfarbenen Kostümen und zur Musik der Girlband eine Quadrille.

Danach führten 25 Voltigierer ein wenig Bodenakrobatik vor, welche sich vor den geweiteten Augen der Zuschauer plötzlich zu einer ca. drei Meter hohen Menschenpyramide entwickelte. Unter tobendem Applaus verließen die Voltigierer die Halle.

Als nächster Vorstellungspunkt wurde dem Publikum mit einem Geschicklichkeitsparcours die Arbeit mit einem Pferd veranschaulicht. Slalom durch Pylonen, über eine Plane voll mit Plastikbällen laufen oder durch einen Flattervorhang gehen, diese Aufgaben galt es auf Zeit zu bewältigen. Sogar der Oberbürgermeister Martin G. Kaufmann hat hier seine Pferdetauglichkeit unter Beweis gestellt. Mit dem Schulpony „Shelly“ an der Hand hat er den Parcours mühelos bewältigt. „Die Pferdestadt Leonberg hat den richtigen Oberbürgermeister gefunden“, ist sich Florian Adam, den die Leonberger als Moderator gewinnen konnten, sicher.

Tatsächlich ist so ein Geschicklichkeitsparcours mit Pferden oft nicht so einfach. Das Pferd muss sich konzentrieren und darf nicht vor ungewöhnlichen Dingen, wie Flattervorhängen zurückschrecken.

Dass nicht alle Pferde immer so gelassen sind, wie die bei dem Geschicklichkeitsparcours, zeigten die Dressurpferde von Ann – Sophie Reinelt und Felicitas Walter, die zur Filmmusik von Pulp Fiction ein Pas de Deux vorführten. Bevor es allerdings losgehen konnte, mussten die Pferde erst noch an das Publikum gewöhnt werden. Nach einer Minute hatten sich die zwei schwarzen Pferde dann so weit beruhigt, dass die zwei Dressurreiterinnen den Besuchern eine Auswahl von Dressurlektionen wie Traversalen, das heißt Seitengänge, Verstärkungen und fliegende Galoppwechsel zeigen konnten.

Das Schauprogramm wurde auch genutzt, um die erfolgreichsten Reiter des Vereins vor großer Kulisse zu ehren. Unterteilt in die Disziplinen Springen und Dressur konnten sich in diesem Jahr bei den Senioren Christian Ziegler und Theresa Brendle durchsetzen. Bei den Jungen Reitern hießen die Sieger Nina Kaupp und Felicitas Walter und die erfolgreichsten Junioren waren Charlotte Penzel und Alina Hahn.

Nach einer Ehrenrunde ging es dann auch schon zur vorletzten Vorführung des Tages. Vorgeführt wurde eine Achterquadrille der Jugendlichen unter der Leitung von Reitlehrerin Silke Kaupp. Passend zur Musik „Mambo No.5“ trugen sogar die Pferde Zylinder und als „Hahn im Korb“ führte Denis Schmitz die Quadrille auf seiner Stute Capri Girl an.

Mit ihrem erfolgreichen Voltigierpferd Donato schlossen die Voltigierer das abwechslungsreiche Programm ab. Auszüge aus der aktuellen Kür, sowie Pflichtübungen, die auf Turnieren gezeigt werden müssen, werden auf dem Rücken des Pferdes vorgeführt.

Auch wenn damit das Schauprogramm beendet war, hieß das nicht, dass alle Gäste gleichgehen mussten. Denn für die kleinsten Gäste kam mit dem Ponyreiten wohl jetzt erst der Höhepunkt des Tages.

„Das Wetter war optimal und hat uns eine volle Halle beschert“ freute sich Katrin

Malchin, über die von ihr inszenierte Veranstaltung.