Höhepunkte des Jugendturniers beim Leonberger Reit- und Fahrverein sind die Geländeritte.

Aus der Leonberger Kreiszeitung, von Rainer Enke

Rund 200 jugendliche Teilnehmer, 250 Pferde und 400 Starts in 18 Prüfungen - damit legt der Reit-und Fahrverein Leonberg eine erfolgreiche Bilanz seines Jugendturniers vor. Mit geschätzten rund 600 Zuschauern an den drei Tagen zeigt sich der Vereinsvorsitzende Günter Stürmer sehr zufrieden. Hat der Verein doch etwas zu bieten, was andernorts rar ist: Geländeritte für Jugendliche rund um die Reitanlage. Jeweils 14 Starterinnen nehmen am Sonntag am Stil-Geländeritt Klasse E, hier ist auch ein junger Mann dabei, und danach am Geländeritt Klasse A mit Stilwertung teil.

Zusammen mit dem auch internationalen tätigen Parcourschef Rüdiger Rau hat der ehemalige stellvertretende Vereinsvorsitzende Martin Wanner eine Strecke entworfen, die zwar anspruchsvoll ist, aber weder Reiter noch Pferd überfordern soll. In zwei Wochen haben er und seine Helfer elf Hindernisse mit elf Sprüngen und einem Tor für den Stil-E-Geländeritt und 17 Hindernisse mit 21 Sprüngen, vier Toren und einem Wassergraben zum Geländeritt Klasse A auf und rund um den großen Rasenplatz reiter- und pferdefreundlich in die Landschaft gebaut.

1760 Meter beträgt die Strecke beim Geländeritt Klasse A, der in einer Höchstzeit von 7:20 Minuten bewältigt werden muss. Dabei sind die Bedingungen nahezu ideal, der Boden ist nach dem ausgiebigen Regen bis Samstag gut abgetrocknet, das Geläuf griffig. "In diesen beiden Prüfungen können jugendliche Reiter Erfahrungen im Gelände machen, was ja sonst nicht so ohne weiteres möglich ist", sagt Martin Wanner. Daher gibt es Verweigerungen, weil Entfernungen falsch eingeschätzt werden, und sogar einen Sturz. Eine Teilnehmerin hat an der "Treppe", einem zweistufigen Abwärtssprung, wohl zu wenig durchpariert, das Pferd nimmt das Hindernis auf einen Satz und stürzt samt Reiterin. Sie wird mit dem Rettungswagen zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.

Fehlerfrei bei einer Wertnote von 8,0 in der Zeit von 208 Sekunden bleibt die Siegerin Katja Wolf vom Reitclub Riedhöhe auf Puccini, gefolgt von Anna Maria Bauer vom Reitverein Erlenhof Köngen auf dem wendigen Lichtenbergs Dorian Grey mit 0,4 Fehlerpunkten in 221 Sekunden und der Wertnote 7,8. Dritte ist Lena Heuer vom RFV Mössingen mit High and Higher (8,40, 241 Sekunden, 7,6).

Den Stil-Geländeritt Klasse E mit 1000 Metern Länge und einer Höchstzeit von fünf Minuten gewinnt Jasmin Fetzer vom RFV Schwäbisch Gmünd auf Grand Canyon mit 8,5 Punkten, Zweite wird Kaya Biesinger vom gastgebenden Club auf Warina mit 8,2 Punkten vor Jasmin Terigi und Cheval Blanc aus Altensteig mit 8,0 Punkten. Zwei mal punkten die Leonberger Reiterinnen beim Stilspringen Klasse A* mit Standardanforderungen: Katharina Groshaupt gewinnt mit Why not, Vereinskameradin Kaya Biesinger mit Warina wird Dritte, den zweiten Platz belegt Maximiliane Beyerle vom RFV Münchingen auf Cambridge.

Die beiden abschließenden Springen am Sonntag, das A*-Stilspringen und das spannende A**-Springen mit Stechen hat Parcourschef Klaus Oehlschläger ohne große "Klippen", wie etwa Carreé-Oxer gebaut. "Ich will auch mal null Fehler sehen", sagt er verschmitzt. Die Teilnehmer tun ihm den Gefallen. Die Siegerin des Springens mit Stechen, Giulia Abel (RFV Böblingen) auf Lavanda, und die zweitplatzierte Katharina Groshaupt (RFV Leonberg) auf Why not bleiben fehlerfrei. Im Stilspringen gewinnt Katja Wolf (RC Riedhöhe) auf Puccini vor Selina Troll (LRFV Renningen-Malmsheim) auf Pino und Maximilian merz (RFV Böblingen) auf Locksley.

Giulia Abel
Giulia_Abel
Jasmin Fetzer
Katharina Groshaupt
Katia Wolf
Katia Wolf
Luisa Maisch
Ron Keller
Sara Schmierer